Zur Sicherheit 110!
Deutschland wird vom Auswärtigen Amt als „sicher“ eingestuft. Was jedoch nicht heißt, dass es hier keine Straftaten gibt. Mit gezielten Kampagnen und Aktionen versucht die Polizei Kriminalität zu verhindern.
Ende November, wenn die Weihnachtsmärkte in Köln wieder öffnen, zeigt sich für Otmar Finkler und seine 20 Kollegen, ob sie gute Arbeit geleistet haben. Denn wenn Millionen Touristen an die Glühweinstände strömen, um die festliche Stimmung zu genießen, beginnt die Hochsaison für Taschendiebe.
Straftaten verhindern
Finkler ist Polizist, Kriminalkommissar und Leiter des „KK61“ – dem Polizeipräsidium für Kriminalprävention in Köln. Seit 2007 tut er alles dafür, dass „Täter mit ihrer Arbeit keinen Erfolg mehr haben." Er kann aus 38 Jahren Erfahrung in der Aufklärung von Verbrechen schöpfen und weiß, wie Gewalttäter, Rassisten, Datenräuber im Internet, Einbrecher und Fahrraddiebe vorgehen.
Ein Wundermittel, mit dem sich alle Straftaten gleichermaßen verhindern ließen, gibt es zwar nicht, wohl aber eine Menge Aktionen, Kampagnen und Informationsbroschüren der Polizei, die die Bevölkerung aufklären und vorsichtiger machen sollen. „Um sich vor Taschendieben zu schützen, sollte man zum Beispiel sein Portmonee immer unter der Jacke dicht am Körper tragen und nicht einfach in die Hosentasche stecken“, rät der Experte.
Die Nummer zum Fahrrad
Weniger um ihr Geld als vielmehr um ihr Fahrrad sorgen sich viele Studierende. Jedes Jahr werden tausende Räder geklaut und verschwinden scheinbar spurlos. Was so nicht richtig ist, wie Otmar Finkler klarstellt: „Die meisten Fahrräder tauchen irgendwo in der Stadt wieder auf, weil die Diebe einfach eine bestimmte Strecke lieber fahren als laufen wollten.“ Da jedoch die wenigsten Studierenden die Rahmennummer ihres Drahtesels kennen, geschweige denn Fotos oder andere Daten zum Rad nennen könnten, ist die Suche nach dem gestohlenen Fahrrad schwierig.
Deshalb verteilt die Polizei seit einiger Zeit den so genannten „Fahrrad-Pass“. Dieser passt in jedes Portmonee und enthält alle wichtigen Angaben zum eigenen Rad. Noch besser, als sich für einen möglichen Diebstahl zu rüsten, ist nur der ausreichende Schutz des Gefährts. „Das Spiralschloss für 3,99 Euro sollte man gleich im Baumarkt lassen“, betont der Profi, denn „es lässt sich mit wenig Aufwand knacken.“ Also lieber ein paar Euro mehr investieren und wenn möglich beide Reifen am Fahrradständer anketten.
110 und „HiHaHo“ im Notfall
Während die steigende Computerkriminalität Otmar Finkler Sorgen macht, freut er sich in einem anderen Bereich über den Zuwachs: „Die Leute erstatten heute viel eher Anzeige, was wir sehr gut finden. Nur so können wir schnell reagieren und Schlimmeres verhindern.“
Unter der bundesweit einheitlichen Rufnummer 110 kann die Polizei alarmiert werden. „Niemand darf davor zurückschrecken, diese Nummer zu wählen, auch wenn sich eine vermeintlich gefährliche Situation hinterher als harmlos erweist“, betont der Polizist und ergänzt: „Hinsehen! Handeln! Hilfe holen!“, kurz „HiHaHo!“, den Grundlagen der Zivilcourage.
Wie helfe ich richtig?
Um dich und andere zu schützen, rät die Polizei dazu, folgende Regeln zu beachten:
1. Beobachte und präge dir Tätermerkmale ein.
2. Hilf, ohne dich selbst in Gefahr zu bringen.
3. Fordere andere aktiv und direkt zur Mithilfe auf.
4. Organisiere professionelle Hilfe und wähle die 110.
5. Kümmer dich um das Opfer.
6. Stell dich als Zeuge zur Verfügung.
Linktipps:
www.polizei-beratung.de: Tipps der Polizei zum Schutz vor Straftaten
www.aktion-tu-was.de: Initiative für mehr Zivilcourage der Polizei



















